Bildungshaus St. Martin Bernried
Kloster der Missions-Benediktinerinnen

Weltgebetstag 2018 – „Gottes Schöpfung ist sehr gut“

Wo bitte liegt denn Surinam?

Hätten Sie’s gewußt? Beantwortet wurde diese Frage beim Weltgebetstag im Gartensaal des Klosters der Missions-Benediktinerinnen in Bernried. In einer kurzweiligen Präsentation mit farbenfrohen Bildern konnten die rund 60 GottesdienstbesucherInnen Surinam näher kennenlernen. Der kleinste Staat Südamerikas ist knapp halb so groß wie Deutschland, hat aber nur 540 000 Einwohner. Diese leben größtenteils an der Küste, da 90% des Landes von undurchdringlichem Regenwald bedeckt sind. So bunt wie die Artenvielfalt im Regenwald ist auch die Bevölkerung: indigene Ureinwohner, afrikanisch-stämmige Maroons, Menschen indischer und javanischer Herkunft, Chinesen, Araber und Europäer. Es herrscht ein friedliches Nebeneinander der Kulturen und Religionen.

Aber Surinam kämpft auch mit Problemen: Nach dem Einbruch des Rohstoffexports steckt das Land in einer tiefen Wirtschaftskrise. Durch massiven Goldabbau wird das Trinkwasser mit Quecksilber verseucht. Regenwald wird illegal gerodet und die schützenden Mangrovenwälder an der Küste sind vom steigenden Meeresspiegel aufgrund des Klimawandels bedroht. Ein Umdenken ist dringend notwendig.

„Gottes Schöpfung ist sehr gut!“ Mit diesen Worten haben uns die Frauen aus Surinam zum diesjährigen Weltgebetstag eingeladen und zunächst beschrieben, wie sie das Wunder der Schöpfung jeden Tag erleben, weil sie unmittelbar in und von ihr leben.

Nach der Lesung der Schöpfungsgeschichte aus dem Buch Genesis konnten dann die GottesdienstteilnehmerInnen aufschreiben oder zeichnen, was sie zur Schöpfung bewegt. Die Gedanken waren vielfältig und reichten von Bewunderung, Freude und Lob für dieses unfassbare Geschenk Gottes bis hin zu Sorgen über rücksichtslosen Umgang mit unserer Umwelt.
Es gab auch konkrete Vorschläge, was wir besser machen können, um die Schöpfung zu bewahren. Dass die Erde unserer Fürsorge anvertraut ist, also jede/r von uns einen Auftrag hat, daran sollten bunte Lesezeichen erinnern, die als Geschenk mitgenommen werden durften.

Engagement braucht es nicht nur zum Erhalt unserer Schöpfung, sondern auch auf dem Weg zu einer Welt, in der alle – auch Frauen – selbstbestimmt leben können.
Die Projekte, die durch den Weltgebetstag gefördert werden, sind Hilfe auf diesem Weg. Wie jedes Jahr gaben die GottesdienstbesucherInnen wieder ein beeindruckendes Zeichen ihrer Solidarität, indem sie einen Betrag von 321,40 Euro für die Projekte spendeten und außerdem fair gehandelte Produkte einkauften. DANKE !

Nach den letzten Takten der landestypischen Musik, die der Chor Akzente wieder bestens präsentierte, wurden die Tische gedeckt und das Büffet gerichtet.

Das Vorbereitungsteam aus Bernrieder und Iffeldorfer Frauen hatte köstliche exotische Speisen aus Surinam mit besonderen Zutaten zubereitet, und viele nutzten die Gelegenheit, sich kennenzulernen, miteinander ins Gespräch zu kommen und sich auszutauschen.

Nächstes Jahr am ersten Freitag im März könnten auch Sie dabei sein!
Dr. Judith Kuhn-Müller, Bernried