Bildungshaus St. Martin
Kloster Bernried

Ostergruß 2022

Liebe Gäste, Freundinnen und Freunde der Missions-Benediktinerinnen im Kloster Bernried!

Wir Schwestern freuen uns in diesem Jahr wieder gemeinsam mit unseren Gästen die Feier der Kar- und Ostertage zu begehen.

Dieses uralte Klagelied des Propheten Jeremia im Gespräch mit seinem Gott drückt doch genau aus, was wir in der diesjährigen „vorgezogenen“ Passionszeit (ab 24. Februar 2022) mit immer größerer Wucht – zwar nur vom Hörensagen oder auf dem Bildschirm – mit ansehen und mit erleiden müssen.

Und wenn auch kaum einer von uns mit Fleisch und Blut betroffen ist, so leiden wir doch alle mit. Uns allen ist der Friede genommen. Nicht erst im Februar: Die Pandemie weiterhin weltweit, die schleichende Entdeckung der unerhörten Kirchenkrise, die erschreckende, radikale Klimaveränderung. Ähnlich müssen unsere gläubigen Vorfahren empfunden haben, wie es die herzzerreißenden Bilder aus den Klageliedern (siehe oben) der Kartage berichten. Sie haben das Erlebte und Erlittene Gott selber hingehalten und ihn damit konfrontiert.

Es bleibt auch für uns kein anderer Weg, als wenigstens die Klagen dorthin zu bringen, wo sie hingehören. „Wach auf, warum schläfst du, Herr. Erwache, verstoß nicht auf immer“. Jedoch nicht, um zu jammern und Schuldzuweisungen zu machen, sondern um Gott beim Wort zu nehmen: Und zu wissen: Die Verheißung, die Zusage, die Zukunft und Hoffnung liegt bei ihm.

Wir sind, wie Etty Hillesum (siehe Anhang und auch ihr Tagebuch Das denkende Herz), die junge Jüdin, die im KZ umgekommen ist, in ihrem Tagebuch bekennt: „das eine wird mir immer deutlicher, Gott, dass wir Dir helfen müssen. …Es ist das einzige, auf was es ankommt: ein Stück von Dir in uns selbst zu retten. Und vielleicht können wir helfen, Dich in den gequälten Herzen der anderen Menschen auferstehen zu lassen.“

So läuft die Verpflichtung und Ermutigung aus der Feier der Kar- und Ostertage hinaus auf die kleinen Schritte, die jede/r von uns tun kann, Gott zu helfen, dass seine Schöpfung, seine Menschheit, aufatmen und auferstehen kann. ER ist der, der auferweckt. IHM gilt unser Halleluja.

In dieser Zuversicht senden wir Schwestern aus dem Kloster Bernried ein frohes