Bildungshaus St. Martin Bernried
Kloster der Missions-Benediktinerinnen

Pfingstfest

Mit diesem Gruß zum Pfingstfest verbinden wir unseren großen Dank für die zahllosen, herzlichen Zuwendungen, die auf vielfältige Weisen zu uns kamen. Sie haben uns sehr erfreut und belebt!

Monate sind ins Land gegangen, in denen wir mit dem eingebrochenen Ereignis Corona, mit dem so wenig Berechenbaren irgendwie versuchten konstruktiv umzugehen. Und jetzt steigt langsam der Druck wieder, das Leben nimmt Fahrt auf – und man muss permanent Entscheidungen treffen, was ist angemessen, was tut gut, was muss einfach nicht sein …

Wir Schwestern und alle unsere Mitarbeitenden sind gesund.
Wir haben miteinander und auch mit der Pfarrgemeinde viel Zeit gehabt, starke, ansprechende Gottesdienste zu gestalten und zu feiern.
In unserer Kapelle, auf unserer Homepage:
ein Abendlob am 10. Mai Sonntag in unserem Spielgarten.
„Endlich wieder miteinander singen!“
freute sich eine der Chorleiterinnen.
– Es geht aufwärts! –

Die Osterzeit mit der Freude am auferweckten Jesus Christus und dem Fest seiner Himmelfahrt, richtet den Blick auf den Geist Gottes, die Heilige Geistkraft, von der wir an Pfingsten singen:
Spiritus Domini, replevit orbem terrarum. Halleluja.
Et hoc, quod continet omnia, scientiam habet vocis. Halleluja.
Die Mönche des Mittelalters, die zu diesem Text

„Der Geist des Herrn erfüllt den Erdkreis.
Und er, der alles erhält, kennt jeden Laut“

aus dem Buch der Weisheit (Weisheit 1,7 ca. 40 vor Christus) eine
wunderbare gregorianische Melodie komponiert haben, kannten nicht
unsere heutige Sicht der Welt. Heute wissen wir: „Zwischen den allerkleinsten Partikeln der Atome steht nichts fest. Die innerste Wirklichkeit der Materie ereignet sich in jedem Augenblick neu. Hinter dieser Kraft, welche Atomteilchen in Schwingungen versetzt und sie wie Wirbelwinde in einem Meer von Energie verschwinden und erscheinen lässt, vermutet Max Plank eine unfassbare Wirklichkeit, die er Geist nennt (siehe aus: Lorenz Marti „Eine Handvoll Sternenstaub“).
Ist es diese Geistkraft, an die wir glauben, ist sie es nicht? Ob der Verstand so oder so antwortet – Die Frage ist: In welcher Beziehung zu dieser energiegeladenen und lebenserhaltenden Wirklichkeit, die wir als Gläubige Geist Gottes nennen, stehe ich?

© Schülerinnen der Klasse 5e des St. Ursula-Gymnasiums in Freiburg RENOVABIS www.renovabis.de

 

Komme, geheimnisvoller Atem, leiser zärtlicher Wind,
hauch uns an, damit wir leben, ohne dich sind wir tot!
Komme, in Feuer und in Flammen, zünd uns an wie ein Licht,
mach uns trunken von der Liebe, wir sind starr, tau uns auf!
Komme, Erfinder neuer Sprachen, gieß dich aus über uns,
red in uns mit neuen Zungen, komm, begeistere uns!
Komme, du Hoffnung aller Armen, schaff den Wehrlosen Recht,
dass die Gebeugten sich erheben, dass sich Völker befrein!
Komme, du Tröster aller Müden, Stille mitten im Lärm,
in den Terminen schaff uns Pausen, lass uns ausruhn in dir!
Komme, du Taube, übers Wasser, bring den Ölzweig herbei,
bring uns das Zeichen für den Frieden, den die Erde ersehnt!
Komme vom Vater und vom Sohne, komm, du schaffende Kraft,
mach uns neu, und unsrer Erde hat ein neues Gesicht.
(Lothar Zenetti)

Fest mit Ihnen allen verbunden in der Erwartung des Geistes Gottes grüßen Sie sehr herzlich

Ihre Schwestern aus Bernried Bernried, 29.05.2020